![]() ![]() Regenbogen 1 wurde am 06.06.1999 in Bergen aufgenommen; © Heino Bardenhagen, Helvesieck Bildzitat; Quelle: www.meteoros.de/rainbow/rb23.htm Regenbogen2 wurde am 02.08.2000 auf dem Wendelstein aufgenommen, f=16mm; © Claudia Hinz Bildzitat; Quelle: www.meteoros.de/rainbow/rb32.htm Schon in der Bibel wird der Regenbogen als Zeichen für den Bund zwischen Gott und den Menschen erwähnt (Genesis 9,12ff). Und obwohl er eine der bekanntesten atmosphärischen Erscheinungen ist, fasziniert er immer wieder. Doch wie entsteht solch ein Regenbogen?
Diese Darstellung unterschlägt jedoch, dass der weitaus größere Teil des Lichtes nicht im Tropfen reflektiert, sondern sofort wieder aus dem Tropfen gebrochen wird. Andererseits wird auch ein Teil des Lichtes zweimal reflektiert. Auch dieses Licht tritt dann teilweise aus dem Tropfen aus und wird teilweise reflektiert u.s.w.. Zudem trifft nicht nur ein Lichtstrahl auf den Wassertropfen.
Zur Veranschaulichung kannst du in der folgenden Animation den Lichtstrahl an der Markierung bei gedrückter Maustaste nach oben und unten ziehen und beobachten, wie das Licht am Wassertropfen immer wieder gebrochen und reflektiert wird. Der Lichtstrahl stellt dabei nur eine bestimmte Farbe des Lichtes dar, aus dem das weiße Licht besteht. Um zu beobachten, wie sich die Brechung und damit der gesamte Strahlengang für verschiedene Lichtfarben verändert, kannst du an dem Strahl an der Markierung "Farbe" bei gedrückter Maustaste ziehen. Die Lichtverstärkung beruht darauf, dass mehr Strahlen in einem Winkelbereich von 137,5°-138,5° (180°-42°) abgelenkt werden, als in andere Richtungen. Man kann das auch in der Animation erkennen. Der "Regenbogenstrahl" kehrt an einer bestimmten Stelle um, wenn der Lichtstrahl über den Tropfen gezogen wird. Dadurch wird die entsprechende Lichtfarbe oberhalb des Umkehrwinkels durch Überlagerung verstärkt, während in den Bereich unterhalb kein Lichtstrahl dieser Farbe dringt. Der Grenzwinkel der Umkehrung ändert sich mit der Lichtfarbe. Jenseits von Rot ist es daher dunkel ("Alexanders dunkles Band" zu Ehren von Alexander von Aphrodisias, ca. 200 n.Chr.), dann kommt ein kräftiges Rot, das nach und nach übergeht in Gelb, Grün, Blau und Lila, wobei die Farben etwas verwaschener werden, da sich etwas Licht der vorangehenden Farben darunter mischt (vgl. das erste Foto mit Regenbogen).
Deutlicher als in der ersten Animation erkennt man die Kaustiken, wenn man viele Lichtstrahlen gleichzeitig auf den Tropfen fallen lässt und beobachtet, wie sie sich überlagern. Dazu dient die zweite Animation, bei der unten neben dem Auge die Lichtfarbe verändert werden kann (Stellt man den Regler ganz nach links (jenseits von "rot"), schaltet also die Brechung aus, so sieht man im Tropfen die bekannte Kaustik, die man auch auf dem Boden einer beleuchteten Tasse beobachten kann.)
Da alle Tropfen unter demselben Winkel zu den parallelen Sonnenstrahlen in derselben Farbe erscheinen, befinden sich die Tropfen gleicher Farbe auf der Oberfläche eines Kegels, dessen Spitze im Auge des Betrachters liegt. Der Regenbogen ist also Teil eines Kreisbogens, aber da wir uns (meist) auf dem Erdboden befinden, sehen wir den Regenbogen höchstens als Halbkreis. Neben der Kaustik, die vom "Regenbogenstrahl" erzeugt wird, gibt es noch eine weitere Kaustik, die der nach zweimaliger Reflexion austretende Strahl erzeugt. Sie führt zu dem sog. Nebenregenbogen, der wegen der zusätzlichen Brechung umgedreht und blasser ist: Die Konstruktion des Strahlenganges durch einen Wassertropfen ist ein schönes Beispiel für die Verknüpfung der Inhalte verschiedener Fächer - hier der Abbildungsgeometrie (Mathematik) mit der geometrischen Optik (Physik). Die gesamte Konstruktion beruht auf Achsenspiegelungen und einfachen Konstruktionen am Kreis. Dennoch ist die gesamte Konstruktion, insbesondere die der Kaustik, so kompliziert, dass sie nur mit einem Geometrieprogramm sinnvoll erstellt werden kann. Die zumindest teilweise Erstellung der dynamischen Konstruktionen am Computer durch die Schülerinnen und Schüler selbst, vertieft wesentlich das Verständnis für die Entstehung des Regenbogens und der Verankerung der Erklärung in der Geometrie. Mit Hilfe von Makros lassen sich die Konstruktionen zur Brechung und Reflexion getrennt erarbeiten, um aus ihnen hinterher die Gesamtkonstruktionen zusammenzusetzen. Hier ein Auszug aus der Konstruktionsbeschreibung (Brechung an der Oberfläche des Tropfens):
(g1 ist eine vertikale Gerade) |